Jeder Patient hat das Recht auf eine angemessene Aufklärung und Beratung sowie eine qualifizierte und sorgfältige medizinische Behandlung. So ist es in der Patientencharta festgelegt, die von Vertretern der Patienten und Ärzteverbände, der gesetzlichen Krankenkassen und privaten Krankenversicherer, der freien Wohlfahrtsverbände sowie der Gesundheitsminister- und der Justizministerkonferenz gemeinsam erarbeitet wurde.


Der Besuch beim Arzt sollte mit dem guten Gefühl verbunden sein, dass Ihr Gegenüber sich Zeit für Sie nimmt und Sie in einem vertrauensvollen Gespräch über Ihre Beschwerden reden können.

Alle im Gesundheitswesen Beteiligten – einschließlich der Patienten – sind sich darin einig, dass Patienten künftig stärker in die Gesundheitsversorgung eingebunden werden sollen. Mehr als 80 Prozent der Deutschen wünschen sich eine aktive Rolle gegenüber ihrem Arzt und wollen, im Sinne einer Arzt-Patienten-Partnerschaft, bei Entscheidungen, die ihre Gesundheit betreffen, stärker einbezogen werden.

Eine ganz wesentliche Voraussetzung für die gewünschte Patientenbeteiligung sind informierte Patienten. Der informierte Patient kennt seine Rechte und weiß gleichzeitig auch, dass er eine Eigenverantwortung für seine Gesundheitsversorgung trägt. Er kennt nicht nur den abstrakten Fachausdruck seiner Erkrankung, sondern auch ihre Hintergründe und die Versorgungsmöglichkeiten. Nur so kann er die erforderlichen Behandlungsmaßnahmen verstehen, diesbezüglich Entscheidungen treffen und ein gesundheitsbewusstes Verhalten entwickeln. Bleiben umgekehrt die vom Arzt gestellte Diagnose und alle damit verbundenen Konsequenzen für den Patienten unverständlich, sind sein aktives Mitwirken und die Einhaltung der Therapieempfehlungen sehr viel fraglicher. Patientenaufklärung und Information ist folglich unabdingbar für den Behandlungserfolg. Anlaufstellen für Aufklärung und Beratung sind in erster Linie Ärzte, Apotheken, Krankenkassen, Patientenorganisationen und die Medien.

nach oben

Aufklärung durch den Arzt

Der Besuch beim Arzt sollte mit dem guten Gefühl verbunden sein, dass Ihr Gegenüber sich Zeit für Sie nimmt und Sie in einem vertrauensvollen Gespräch über Ihre Beschwerden reden können. Dieses Gespräch ist für den Arzt ein wichtiger Bestandteil seiner Diagnose. Anhand der von Ihnen geschilderten Symptome, der Krankheitsentwicklung und der aktuellen Befindlichkeit wird er bestimmte Krankheitsbilder in Betracht ziehen und durch anschließende Untersuchungen die Ursachen ihrer Beschwerden weiter eingrenzen. Bevor er mit den medizinischen Untersuchungen beginnt, hat er die Aufgabe, Sie über die diagnostischen Verfahren aufzuklären und gegebenenfalls auf die damit verbundenen Risiken hinzuweisen.

Machen Sie von Ihrem Recht auf Aufklärung und Beratung Gebrauch!

Fragen Sie ihren Arzt, wenn Sie etwas nicht verstanden haben!

Ist die Diagnose gestellt, werden Sie wahrscheinlich viele Fragen haben: zur Krankheit selbst und ihrer Bedeutung für Ihre Lebenssituation, zum zu erwartenden Krankheitsverlauf, den therapeutischen Möglichkeiten und deren Erfolgsaussichten, den möglichen Risiken oder Folgen bestimmter Therapien. Stellen Sie diese und alle anderen Fragen, die Sie in Zusammenhang mit der diagnostizierten Erkrankung beschäftigen! Der Arzt ist verpflichtet, Sie über all diese Punkte umfassend zu informieren. Dies muss in einer für Sie verständlichen Sprache geschehen. Sind Ihnen Fachbegriffe oder der Sinn einer diagnostischen oder therapeutischen Maßnahme unklar geblieben, fragen Sie unbedingt nach.

Gleiches gilt, wenn Sie unsicher hinsichtlich der Anwendung von Arzneimitteln sind, die Ihnen im Rahmen der Therapie verordnet werden. Der Arzt muss Sie über mögliche unerwünschte Nebenwirkungen aufklären und sollte Ihnen die Nutzen-Risiko-Abwägung der Behandlung erklären. Sie müssen nach dem Gespräch mit dem Arzt in der Lage sein, die vorgeschlagenen Therapien und ihre Bedeutung für den Genesungsprozess einordnen zu können, gleichzeitig aber auch die möglichen Risiken kennen. Denn Sie müssen anschließend in die weitere medizinische Behandlung einwilligen und das können Sie nur, wenn Sie informiert und aufgeklärt sind. (Einwilligungserklärung)

Dokumentationspflicht des Arztes

Auch im weiteren Behandlungsprozess haben Sie stets das Recht, Informationen über Ihren aktuellen Gesundheitszustand, Untersuchungsergebnisse und den Therpieverlauf einzuholen. Der Arzt ist verpflichtet, die wichtigsten diagnostischen und therapeutischen Befunde, Maßnahmen und Verlaufsdaten zu dokumentieren. Dazu gehören beispielsweise Ergebnisse von Blutuntersuchungen, EKG-Daten, Röntgenbilder, Angaben über verabreichte Medikamente, Operationsberichte und ähnliches. Diese Behandlungsunterlagen dürfen Sie jederzeit einsehen und – auf eigene Kosten – kopieren. Bei einem Arztwechsel lassen sich dadurch einige Untersuchungen und damit verbundene Risiken sowie Kosten vermeiden. An Dritte darf Ihre Krankenakte nur mit Ihrer Zustimmung oder im Rahmen von gesetzlichen Anordnungen weitergegeben werden.

nach oben

Sind Sie gut informiert?

Viele Patienten fühlen sich beim Gespräch mit dem Arzt überfordert und können – insbesondere kurz nach der Diagnosestellung – die Fülle an Informationen nicht sofort aufnehmen. Prüfen Sie in Ruhe anhand der Checkliste, ob Sie über Ihre Erkrankung wirklich alles wissen, was Sie interessiert, oder ob Fragen offen geblieben sind. Sprechen Sie Ihren Arzt gezielt auf noch bestehende Unklarheiten an.

  1. Kennen Sie die Ursachen Ihrer Beschwerden und können Sie sich unter dem diagnostizierten Krankheitsbild etwas vorstellten?


  2. Wissen Sie, welche Untersuchungen und/oder Behandlungen auf Sie zu kommen könnten und kennen Sie deren Ziele?


  3. Wissen Sie, welche Folgen eine Nichtbehandlung hätte?


  4. Wenn Ihr Arzt konkrete Maßnahmen vorgeschlagen hat, haben Sie seine Begründung für genau diese Maßnahmen verstanden?


  5. Kennen Sie den Nutzen und die Risiken der Untersuchungen und/oder Behandlungen, insbesondere die Auswirkungen auf Ihren Alltag?


  6. Wurden Sie über Alternativen zu der vorgeschlagenen Maßnahme informiert?


  7. Wissen Sie, wie Sie sich bis zum nächste Arztbesuch verhalten sollen?


  8. Wissen Sie, an wen Sie sich für weitergehende Informationen oder Hilfsangebote wenden können?


nach oben

weiter


Patientenaufklärung und Information ist unabdingbar für den Behandlungserfolg. Anlaufstellen für Aufklärung und Beratung sind in erster Linie Ärzte, Krankenkassen, Patientenorganisationen und die Medien.